Mit der Ausgabe der DIN EN 60204‑1 (VDE 0113‑1) vom Juni 2026 wird die zentrale Sicherheitsnorm für die elektrische Ausrüstung von Maschinen erneut fortgeschrieben. Gegenüber der Vorgängerfassung von 2019 wurden zahlreiche Anforderungen präzisiert und weiterentwickelt.
Diese Norm gilt für elektrische, elektronische und programmierbare elektrische Ausrüstung von Maschinen bis 1.000 V AC bzw. 1.500 V DC und bildet eine zentrale Grundlage für die CE‑Konformität im Maschinenbau. Für das Elektromaschinenbauer- und das Elektrotechnikerhandwerk sind insbesondere folgende Punkte relevant:
Weiterentwicklung bei Antriebssystemen (PDS)
Die Anforderungen an Anwendungen mit Antriebssystemen (Power Drive Systems) wurden erweitert. Damit rücken insbesondere moderne elektrische Antriebe und deren sicherer Betrieb noch stärker in den Fokus – etwa im Hinblick auf sichere Zustände und Abschaltfunktionen.
Verschärfte und präzisierte EMV‑Anforderungen
Die Vorgaben zur elektromagnetischen Verträglichkeit wurden überarbeitet. Ziel ist weiterhin ein störungsfreier Betrieb von Maschinen sowie die Begrenzung elektromagnetischer Emissionen und eine ausreichende Störfestigkeit im realen Einsatzumfeld.
Klarstellungen zum Überstromschutz
Die Anforderungen an den Überstromschutz wurden konkretisiert. Für Planung und Auslegung bedeutet dies eine eindeutigere Zuordnung und Dimensionierung von Schutzorganen im Gesamtsystem der Maschine.
Kurzschlussstromfestigkeit im Fokus
Neu bzw. weiter präzisiert sind Anforderungen zur Bestimmung der Kurzschlussstromfestigkeit von Betriebsmitteln. Damit wird die Systembetrachtung der elektrischen Ausrüstung weiter gestärkt und die Abstimmung zwischen Komponenten und Gesamtanlage verbessert.
Überarbeitung bei Schutzleiterverbindungen
Die Anforderungen und die Terminologie für Schutzleiterverbindungen wurden überarbeitet. Dies betrifft insbesondere den Potenzialausgleich sowie die klare Definition und Ausführung von Schutzleiterverbindungen.
Zentrale Änderungen in Abschnitt 9 (Steuerstromkreise)
Der Abschnitt zu Steuerstromkreisen und -funktionen wurde grundlegend neu strukturiert. Schwerpunkte sind:
Diese Änderungen betreffen unmittelbar Planung, Ausführung und Prüfung von Maschinensteuerungen. Zudem wurde die Symbolik für Betätigungselemente überarbeitet. Dies sorgt für mehr Einheitlichkeit in Schaltplänen und Dokumentationen. Die Dokumentationsanforderungen selbst wurden weiterentwickelt und strukturierter gefasst. Gefordert sind insbesondere klare Angaben zur Identifikation, zum Betrieb sowie zu den verschiedenen Lebensphasen der Maschine (z. B. Installation, Wartung, Außerbetriebnahme).
Für E-Handwerksbetriebe ergeben sich aus der überarbeiteten Norm insbesondere folgende Konsequenzen:
Gerade bei Neuinbetriebnahmen, Modernisierungen oder Umbauten von Maschinen ist die Anwendung der Norm entscheidend, um den aktuellen Stand der Technik abzubilden und rechtssicher zu arbeiten.
Quelle: FV EIT BW / VDE
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